Was ist High Resolution Audio (HRA)?

Die meisten Audiosysteme kodieren analogen Klang – also das, was wir hören – mit einem System namens Puls-Code-Modulation in ein digitales Format. So lässt es sich speichern und übertragen. Zwei Faktoren bestimmen die Qualität einer digitalen Aufnahme: Bit-Tiefe und Abtastfrequenz. Die Bit-Tiefe bestimmt die Anzahl der für die Klangbeschreibung verfügbaren Stufen. Je mehr Bits verwendet werden, desto größer ist der Dynamikbereich, also der Unterschied zwischen aufgezeichnetem lautestem und sanftestem Klang. Die Abtastfrequenz bestimmt, wie genau die Musik analysiert und in digitale Daten umgewandelt werden kann. Oder anders ausgedrückt: Wie viele „Schnappschüsse“ des Klangs pro Sekunde gemacht werden. Die Abtastfrequenz wirkt sich auf den Umfang der speicherbaren Audiofrequenzen aus – vom tiefsten bis zum höchsten Ton.

Je größer also die Bit-Tiefe und je höher die Abtastfrequenz, desto mehr Informationen werden gespeichert.

CDs verwenden eine Kodierung von 16-Bit und 44,1 kHz, was in den frühen 1980er Jahren gut war, als die CD auf den Markt kam. Doch die Dinge haben sich weiterentwickelt. Heute können wir Musik mit größerer Bit-Tiefe und Abtastrate aufnehmen und vertreiben. Diese neuen Formate werden schon seit vielen Jahren im Studio und beim Mastering eingesetzt – und jetzt stehen sie endlich auch zu Hause zur Verfügung.

High Resolution Audio (HRA) ist jedes Format, das über den 16-Bit bzw. 44,1 kHz-Standard hinausgeht. Bei HRA-Aufnahmen wird normalerweise 24-Bit-Kodierung eingesetzt, was einen wesentlich höheren Dynamikbereich als bei CD-Aufnahmen ermöglicht. Die Abtastrate geht bis zu 192 kHz, dem aktuellen Standard professioneller HRA-Aufnahmen. Dabei dreht sich alles darum, den Hörer näher an den Studiosound zu bringen.

Hochauflösende Audio-Formate

Es gibt eine Reihe von HRA-Formaten. Gutes HRA-Equipment sollte möglichst viele davon unterstützen. Produkte von Technics sind mit allen gängigen HRA-Formaten kompatibel – auch mit einigen, die noch nicht weit verbreitet sind. Das macht die HRA-Wiedergabe einfach und bequem, jetzt und auch in Zukunft, wenn sich der Markt weiterentwickelt.

Musik in CD-Qualität ist ebenfalls in zahlreichen Formaten verfügbar. Hier eine Übersicht über die gängigen Formate, die sowohl für verlustfreie Musik in CD-Qualität als auch für HRA-Formate zum Einsatz kommen.

FLAC: Studio-Master-Klangqualität (24-Bit) und CD-Qualität (16-Bit)

Die meisten online erhältlichen Musikdateien (sowohl in HRA- als auch in CD-Qualität) liegen im FLAC-Format vor: Free Lossless Audio Codec (das Format ist frei, nicht die Musik!).

24-Bit-FLAC-Dateien gibt es normalerweise in Versionen mit 96 und 192 kHz. Einige Alben haben aber auch das Format 24-Bit/44,1 kHz oder 24-Bit/48 kHz. Die Version mit 24-Bit/192 kHz entspricht dem qualitativ hochwertigsten allgemein erhältlichen Format und ist mit einem Studio-Master-Format vergleichbar.

Anders als bei MP3, das auf Kosten von Inhalten die Dateigröße reduziert, arbeitet FLAC verlustfrei, ganz wie eine ZIP-Datei für Computerdateien. Es wird während der Wiedergabe dekomprimiert und liefert genau dieselben Daten, die vor der Komprimierung vorhanden waren.

Apple hat ein eigenes verlustfreies Format: Apple Lossless (ALAC) funktioniert wie FLAC, ist aber mit iTunes kompatibel. Manche Plattenfirmen, die Studio-Master-Downloads anbieten, stellen diese sowohl im FLAC- als auch im ALAC-Format zur Verfügung.

Ein weiterer Vorteil dieser beiden Formate besteht darin, dass sie Informationen über die Musik in Form von Metadaten enthalten. Darin sind Künstler, Albumtitel, Name und Nummer der einzelnen Stücke, Musikgenre, Komponist, Katalognummer usw. enthalten.

Diese Daten werden in jeder Studio-Master- oder anderen HRA-Datei kodiert, die man online kaufen kann. Bei gerippten CDs fordert die entsprechende Software diese Daten aus einer Datenbank im Internet an und speichert alle Informationen. Sie können diese Daten auch bearbeiten oder manuell eingeben.

WAV/AIFF: unkomprimierte Speicherung

Es ist möglich, CDs auch als völlig unkomprimierte Dateien zu rippen, also die Daten auf der Disc direkt zu kopieren. Windows-Rechner speichern sie als WAV-Dateien (Waveform-Audio-File-Format), auf dem Mac werden sie als AIFF-Dateien (Audio-Interchange-File-Format) gespeichert. Sie sind austauschbar und werden beide von Technics Systemen wiedergegeben.

WAV-Dateien haben allerdings den Nachteil, dass die Titelinformationen standardmäßig nicht gespeichert werden – ein Grund, warum FLAC wesentlich praktischer ist. Der andere Grund: FLAC-Dateien sind erheblich kleiner als WAVs.

Manche Studio-Master-Labels bieten Musik sowohl im WAV- als auch im FLAC-Format an.

DSD

Direct Stream Digital (DSD) bildet die Basis für das SACD-Format (Super Audio Compact Disc); DSD verwendet eine anders geartete Kodierung. Statt größerer Bit-Tiefe wird nur ein Bit verwendet, dafür aber eine erheblich höhere Abtastfrequenz für Aufnahme, Speicherung und Wiedergabe in extrem hoher Klangqualität.

Bei seiner ursprünglichen Entwicklung kam eine Abtastrate von 2,822 MHz zum Einsatz. Dieses Format nennt man DSD64 (64-faches Sampling im Vergleich zur CD). In jüngerer Zeit wurden noch deutlich höhere Raten entwickelt: DSD128 und DSD265. Es gibt sogar das Format DSD512, das jetzt in einigen Studios verwendet wird.

Anlagen von Technics geben sowohl DSD64 also auch DSD128 wieder, die als Formate derzeit bei Online-Musikkäufen zur Verfügung gestellt werden. DSD64- und DSD128-Dateien können auf einem über eine asynchrone USB-Verbindung an das System angeschlossenen Computer mit einem Software-Player wiedergegeben werden, aber auch über DLNA.